Neues entsteht in Flensburg

Südstadt: Bahnhofsumfeld

Rechtskräftig beschlossenes Sanierungsgebiet

Die Satzung der Stadt Flensburg über die förmliche Festlegung des Sanierungsgebiets "Südstadt/Bahnhofsumfeld" ist am 23.02.2013 in Kraft getreten.

Förmliche Festlegung und Ziele der Rahmenplanung

Ziel ist die Beseitigung der in den vorbereitenden Untersuchungen vorgefundenen städtebaulichen Missstände und Problemlagen sowie die Verwirklichung der städtischen Zielsetzungen zur Innenentwicklung und Aufwertung von innenstadtnahen Lagen zu „urbanen Wohnquartieren“ einer neuen Qualität. Vor dem Hintergrund der Sicherstellung einer adäquaten Wohnraumversorgung für die Gesamtstadt stellen die zentrumsnahen Brachflächen ein bedeutendes zu aktivierendes Flächenpotential dar.

Die wesentlichen Ziele der Sanierung sind:
Sicherung der Wohnraumversorgung und Bereitstellung von Wohnbauland als städtische Zukunftsvorsorge

Vor dem Hintergrund der zu erwartenden Bevölkerungsentwicklung hat die kurz- bis mittelfristige Mobilisierung von Wohnbauland eine hohe Priorität. Die ermittelten Bedarfe von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern übersteigen bereits die heute erkennbaren Baulandpotentiale deutlich.

Vorrang der Innenentwicklung vor Flächeninanspruchnahme im Außenbereich. Sicherung und Stabilisierung der technischen Infrastruktur

Im künftigen Sanierungsgebiet lassen sich insgesamt bis zu ca. 700 WE auf neu zu entwickelnden und erschließenden Flächen sowie in bereits heute erschlossenen Baulücken realisieren. Damit stellt das Gebiet ein bedeutendes innenstadtnahes Wohnbaulandpotential dar. Mit der Bereitstellung dieses Flächenpotentials soll die

Innenentwicklung Flensburgs in Richtung Bahnhof gestärkt und die Inanspruchnahme wertvoller Flächen im Außenbereich sowie die Abwanderung Bauwilliger in Umlandgemeinden vermieden werden. Die technische Infrastruktur im Innenbereich wird besser ausgelastet und damit ein Beitrag zur nachhaltigen Stabilisierung geleistet.

Entwicklung des Gebietes zu einem urbanen Wohnquartier neuer Qualität, Stärkung der Potentiale und Beseitigung städtebaulicher Defizite

Die Stadt soll an den Bahnhof heranwachsen. Eine innenstadtnahe Stadterweiterung mit verdichteter Wohnbebauung und Nutzungsmischung von Büros und Geschäften in den Erdgeschossen entlang der Hauptachse Bahnhof – Innenstadt soll entstehen. Baulücken sollen geschlossen und Raumkanten insbesondere in der Achse Bahnhof – Innenstadt hergestellt werden. Öffentliche Räume wie der Bahnhofsvorplatz, Carlisle-Park, Mühlendamm, Am Mühlenteich, Waitzstraße, Munketoft und Bahnhofstraße sollen repräsentativ erneuert werden. Das Grundstück des Hallenbades kann durch Abbruch und ggf. Neubau der Feuerwehr vollständig städtebaulich neu gestaltet werden. Der Neubau einer Kindertagesstätte und die Ergänzung der Blockrandbebauung insbesondere zur Bahnhofstraße und zum Munketoft für Wohnzwecke werden angestrebt.

Fehlende Straßen- und Wegeverbindungen bzw. Erschließungen sollen hergestellt werden, um brach liegende Flächen im Bereich des Güterbahnhofs einer geordneten und hochwertigen städtebaulichen Entwicklung zuzuführen. Die Barrierewirkung der Bahngleise soll durch Verbesserung der Querungsmöglichkeiten gemindert und die Verbindung der Stadtteile verbessert werden. Wertvolle Grünflächen sollen genauso wie die Frischluftschneise im Güterbahnhofstal erhalten und entwickelt werden. Notwendige Gemeinbedarfseinrichtungen sollen hergestellt und der Erhalt von Kulturdenkmälern und die Baukultur sollen gefördert werden.

Ausgangssituation:

In der Sitzung vom 30.11.2010 hat der Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung und am 09.12.2010 die Ratsversammlung die Einleitung vorbereitender Untersuchungen gemäß § 144 BauGB für das Untersuchungsgebiet „Südstadt/Bahnhofsumfeld“ beschlossen.
Ziel der vorbereitenden Untersuchungen war die Prüfung, ob Struktur- und Funktionsschwächen vorliegen, die eine förmliche Festlegung als Sanierungsgebiet rechtfertigen und zu klären, ob bzw. mit welchen Maßnahmen und welchem (Förder-) Mitteleinsatz die Beseitigung der strukturellen Mängel und Substanzschwächen möglich ist. Hierzu waren entsprechende Sanierungsziele aufzustellen und erste Maßnahmenvorschläge einschl. einer groben Kostenplanung zu erarbeiten und in einem ersten Gespräch mit dem Innenministerium abzustimmen.

Als Ergebnis der vorbereitenden Untersuchungen kann festgehalten werden, dass die Voraussetzungen zur förmlichen Festlegung eines Sanierungsgebietes für das vorgeschlagene Gebiet vorliegen.

Aus dem ursprünglichen Untersuchungsgebiet wurden das Brauereigelände einschließlich Fachhochschule und Landesamt für Landwirtschaft und ländliche Räume (LLUR), sowie das Bahnbetriebswerk Peelwatt und das Gebiet um die Waldorfschule mit Bahnteich ausgenommen. In diesen Bereichen wurden die Voraussetzungen zur Festlegung eines Sanierungsgebietes nicht vorgefunden. Im Sanierungsgebiet "Bahnhofsumfeld" werden derzeit mit Mitteln der Städtebauförderung Untersuchungen und Planungen vorangetrieben, um das innenstadtnahe Quartier städtebaulich aufzuwerten und zu einem attraktiven Wohn- und Lebensstandort weiter zu qualifizieren. Am Tag der Städtebauförderung 2015 soll dieses Quartier in Flensburg im Mittelpunkt stehen.

Im Bahnhofsumfeld lassen sich insgesamt ca. 700 neue Wohneinheiten realisieren, allein ca. 400 Wohneinheiten auf den mehr als 10 ha umfassenden Brachflächen des Bahnhofstals, dem Herzstück des Sanierungsgebietes.
In diesem Zusammenhang sollen ebenfalls die Verkehrserschließung und die Gewerbesituation aufgewertet werden. Denkmalschutz und Grünräume sind ebenfalls wichtige Themen. Für die konzeptionelle Entwicklung des Gebietes soll u.a. ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt werden.

Exkurs: Ein Viertel für jeden

Die Stadt Flensburg hat im Herbst 2013 beschlossen, bei der Durchführung der Sanierungsmaßnahmen im Sanierungsgebiet „Südstadt: Bahnhofsumfeld“, den unterschiedlichen Lebensbedingungen allen BürgerInnnen gemäß dem beteiligungsorientierten Gender-Diversity-Ansatz gerecht zu werden.

Daher gilt es, bei der Planung, die Bedürfnisse von Menschen aller Altersgruppen, Herkunftsländer und sozialer Zugehörigkeitsklassen mit einzubeziehen sowie auch auf besondere Herausforderungen für z.B. Gehbehinderte und Sehstörungen Acht zu geben, aber auch Lebenswelten von Alleinerziehenden, Kindern und Jugendliche zu berücksichtigen.

Neustrukturierung des „Stadteingangs“ für Bahnreisende

Im ersten Schritt wird das Gebiet zwischen Bahnhof und Innenstadt, östlich der Bahnhofsstraße sowie zwischen Helenenallee und Munketoft – entwickelt. Denn die Achse, die in den späten 1920er Jahren als Verbindung vom Südermarkt zum Bahnhof angelegt worden war, wird unter den heutigen Umständen, dem Anspruch eines repräsentativen Stadteingangs hinsichtlich Städtebau, Gestaltung und Funktion nicht mehr gerecht.

Im September 2014 hatte die Stadt hierfür einen hochbaulichen Realisierungswettbewerb ausgelobt, mit dem Ziel, die vorhandene Wohnbebauung mit unterschiedlichen Haustypen und Wohnformen zu ergänzen sowie ein Kinderbetreuungsangebot und weitere dienstleistungsorientierte Nutzungen zu integrieren.

Am 18. Februar 2015 entschied sich das Preisgericht unter Vorsitz der Hamburger Architektin Mirjana Markovic, MRLV Architekten für den Entwurf des jungen dänischen Architekturbüros ADEPT aps aus Kopenhagen mit der Begründung: „Der Beitrag stellt einen innovativen Wohnungsbau für die Stadt Flensburg als lebendige Stadt dar.“ Die Selbsthilfe Bauverein eG als künftige Bauherrin hat den Baubeginn für den ersten Bauabschnitt des Projektes bereits für den Herbst 2015 vorgesehen. Das Investitionsvolumen für die Umsetzung des Gesamtvorhabens mit 117 Wohneinheiten, einer Kindertagesstätte sowie Dienstleistungsflächen wird auf ca. 25 Millionen Euro geschätzt.

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05.05.2018
4. Tag der Städtebauförderung

11-12 Uhr „Bahnhofsumfeld“ Erster Spatenstich für die Erschließung Wohnprojekt Freiland
12:30 – 13:30 Uhr „Bahnhofsumfeld“ Grundsteinlegung Mølledam
14-15 Uhr Rundgang „Deutsch-Dänische Kulturachse“
15:30 – 16:30 Uhr Städtebaulicher Denkmalschutz „Westliche Altstadt“, Besichtigung Eckenerhaus